Wie umweltfreundlich sind eigentlich Textilien?

 

Verpackung

Um die Umwelt zu schonen, verzichten wir bei der Verpackung unserer Artikel möglichst auf Einwegplastik. Viele Produkte kommen daher nicht in speziellen Flachbeuteln zu Ihnen, sondern liegen lose im Paket oder im Versandbeutel.

 

Baumwolle oder Polyester – was ist umweltfreundlicher?

Im Vergleich zu konventionell angebauter Baumwolle schneiden Synthetics in der Ökobilanz gar nicht so übel ab: „Sowohl aus Chemie- als auch aus Naturfasern kann man Textilien herstellen, die hohen ökologischen Ansprüchen genügen“, sagt Dirk Bunke vom Freiburger Öko-Institut. Bei beiden Materialien gebe es viel Spielraum, die Herstellung umweltverträglicher zu gestalten. Ein Verzicht auf Kunstfasern sei hingegen utopisch: „Manche Bedürfnisse lassen sich mit Baumwolle nicht befriedigen.“

Die Herstellung von Chemiefasern ist mittlerweile wesentlich umweltverträglicher geworden, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Das liegt vor allem daran, dass sich Kunstfasern gut recyceln lassen. Die langen Ketten des Moleküls Polyethylenterephalat stecken nämlich auch in PET-Flaschen. Bei den üblichen Recycling-Verfahren werden PET-Einwegfaschen gesammelt, gewaschen, geschreddert und anschließend eingeschmolzen. Diese Masse kann wiederum, gepresst durch haarfeine Düsen, in Kunstfasern verwandelt und anschließend verarbeitet werden.

So kann aus alten PET-Flaschen eine neue Tischdecke entstehen.

Außerdem wird bei der Herstellung von Polyester bis zu 25 mal weniger Wasser benötigt als beim Anbau von Baumwolle. Und es ist auch möglich, bei der Verarbeitung von Kunstfasern auf umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien zu verzichten.

Eine Kunstfaser kann es in jeder Beziehung mit einer Baumwollfaser aufnehmen. Unter Umweltaspekten betrachtet, schneidet eine Fleecejacke, die aus PET-Flaschen recycelt worden ist, sogar wesentlich besser ab als eine entsprechende Jacke, die aus herkömmlichen Baumwollfasern gewebt worden ist.

Was kann ich als Verbraucher tun?

Wir shoppen zu viel und nutzen zu wenig: Eine Greenpeace-Umfrage von 2015 ergab, dass die Deutschen 5,2 Milliarden Kleidungsstücke besitzen, 40 Prozent davon werden selten oder nie angezogen.

Das wichtigste Kriterium für eine gute Ökobilanz von Textilien ist Langlebigkeit. Egal, ob es sich um Stoffe aus Baumwolle, Bio-Baumwolle oder Chemiefasern handelt: Je länger Kleidung getragen - oder eine Tischdecke benutzt - wird, desto besser fällt auch die Umweltbilanz aus.

Denn auch wenn Textilien ökologisch korrekt hergestellt werden, stecken doch in jedem Stück jede Menge Ressourcen wie Wasser, Boden oder Energie.

Achten Sie daher bereits beim Kauf auf hochwertige, gut verarbeitete und langlebige Textilien.

Wenn Sie mehr für die Umwelt tun möchten, überprüfen Sie Ihr Waschverhalten. Es ist entscheidend darüber, wie umweltbelastend  eine Textilie ist. Das heißt beispielsweise:

  •  Waschen Sie nicht öfter als nötig - manchmal reicht auch lüften
  •  Waschen Sie nicht heißer als nötig - verschwitzte Hemden werden auch bei 30°C wieder sauber
  •  Sortieren Sie ihre Wäsche auch nach dem Verschmutzungsgrad
  •  Verzichten Sie auf die Vorwäsche
  •  Behandeln Sie einzelne Flecken vor der Wäsche
  •  Nutzen Sie das Fassungsvermögen der Waschmaschine voll aus
  •  Geben Sie nicht mehr Waschmittel in die Waschmaschine als nötig
  •  Gründlich schleudern hilft beim Trocknen
  •  Trocknen Sie die Wäsche wenn möglich an der Luft
     

Unser Fazit:

Die wahrhaft ökologischen sind die zeitlosen, robusten und pflegeleichten Lieblingsteile, die über Jahre hinweg immer wieder aus dem Schrank geholt werden – ganz gleich, ob es sich dabei nun um Baumwolle oder Kunstfaser handelt.


 

Quellen:
https://www.br.de/radio/bayern1/inhalt/experten-tipps/umweltkommissar/baumwolle-kunstfaser-kleidung-umwelt-100.html

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/textilindustrie/zu-robust-fuer-die-umwelt

https://www.greenpeace-magazin.de/hightech-auf-unserer-haut

www.bund-heidelberg.de/umwelttipps/waschen_und_putzen/
 

Weitere Informtionen:
http://www.seilnacht.com/Lexikon/k_umwelt.html

 


 

 

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